Was essen Models: O-Saft mit Watte, oder was?

» Immer wieder werde ich von Unbekannten gefragt, was ich eigentlich esse. Meine Freunde belustigt das sehr, und sie antworten meistens mit: ” Neele bekommt nur Watte mit O-Saft! Ach ne, lieber nur Watte mit Wasser.” Schlimmerweise kapieren viele Leute nicht, dass sie es scherzhaft meinen und sind dann sehr verdutzt. Für meine Freunde und mich ist es immer wieder lustig, was für voreingenommene Vorstellungen Viele von Models haben. «

Ich habe die letzten Tage mein Essen fotografiert. Wie ihr seht beschränkt sich das nicht auf Salat. Okay, wenn man Essen fotografiert sieht es nie besonders lecker aus, aber ihr könnt erkennen was auf dem Teller ist. Mir hat es geschmeckt!

Ich will die Models die sich von Salat ohne Dressing ernähren nicht verschweigen. Auch das Klischee in O-Saft getränkte Watte zu essen, ist nicht nur ein Hirngespinnst, sondern kommt leider wirklich vor. Zum Glück ist das nicht mehr so in Mode. Allerdings liegt es wohl daran, dass es mittlerweile andere Methoden gibt, wenig zu essen, oder das gegessene wieder loszuwerden.

Essstörungen sind ein offensichtliches Problem in der Branche. Die Agenturen schweigen darüber, oder unterstützen es sogar! Doch im Prinzip ist es der Markt, der spindeldürre Models fordert. In dem Job ist es eigentlich fast logisch, dass besonders die sehr jungen Models, früher oder später in den Magerwahn getrieben werden! Man braucht ein starkes Selbstbewusstsein gegen die Kritik der Kunden. Jeden Tag sieht man Models die noch dünner sind, und vielleicht (vielleicht aber auch nicht) mehr arbeiten. Andererseits hat man als Model mit den Vorurteilen zu kämpfen, die einen quasi zwingen wenig zu essen. Nicht selten werden die Models beim Essen einfach übergangen, oftmals muss man sich mit Obst und Süßigkeiten zufrieden geben, wenn überhaupt. Den ganzen Tag auf High Hells Heels zu verbringen und sich zu verrenken ist teilweise sehr anstrengen. Ein Schokoriegel reicht gerade mal aus um nicht umzukippen.

Der Druck, auf seinen Körper zu achten, ist enorm groß. Wer zu faul ist, Sport zu treiben, lässt lieber das Essen weg. Allerdings baut man beim Sport natürlich auch Muskeln auf. Mehr Muskeln, mehr Umfang, mehr Gewicht. Meine Agentur hat mir auch schon den Sport verboten, weil ich zu viele Muskeln hatte. Dünn – ja, muskulös – nein. Deshalb mache ich zum Beispiel nun mehr Stretching (das gibt lange ‘dünne’ Muskeln) und Cardio Training.

Es kommt natürlich immer auch auf das Model an. Ein kleineres Model, welches schmal gebaut ist, kann schon ein paar ‘Fettpölsterchen’ mehr haben, bei trotzdem passenden Maßen. Models mit beispielsweise sehr weiblicher Hüfte müssen dafür besonders dünn sein, um ihren Knochenbau zu kompensieren. Die geforderten Maße sind nun mal allgemein gültig, und werden nicht auf ein ästhetisches Maß je Model angepasst.

Es gibt Mädchen, die haben einen sehr aktiven Stoffwechsel. Die Meisten sind allerdings entweder Essgestört, oder haben sehr viel Disziplin beim Sport und Essen. Dazwischen ist ein fließender Übergang. Dann gibt es noch diejenigen, die essen was sie wollen und immer mit den ‘zwei Zentimetern zu viel’ kämpfen.

Dies ist meine Art den Magerwahn zu umgehen, und trotzdem in die Klamotten zu passen:

Joghurt mit FrüchtenSalat mit EiMcDonaldsMinestrone SushiSalatKekseCola LightSchokoriegelKarotte und HumusGemüse, Dip und GrissiniQuark mit Rosinen und Nüssen

 

Das Lieblingsthema bei Models ist übrigens, was sie alles gegessen haben. Reine Schikane.  Zum Thema Models essen Watte; hier präsentiert Dejan den ultimative Model-Lutscher:

Dejan und Modellutscher

 …ein Wattestäbchen!

Wie seht ihr das? Denkt ihr die Kunden wollen wirklich, dass ihnen die Produkte von spindeldürren Models präsentiert werden? Reicht dünn sein denn nicht, muss es “ungesund” dünn sein?

7 Anmerkungen zu “Was essen Models: O-Saft mit Watte, oder was?

  1. Julia

    So true. Bist du noch bei Leni’s (Bettwäsche)? Der McD gegenüber ist fies, ne.. man riecht denn immer. Ich gehöre gottseidank zu den Kleineren, die auch ein bisschen mehr draufhaben dürfen und noch in die Klamotten zu passen :) Viel Erfolg weiterhin!

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    • Neele Autor dieses Beitrags:

      Ja bin noch bei Lenis! Gut erkannt mit der Bettwäsche – das ist wirklich einfach zu verlockend. Schaue da auch bald wieder vorbei… ;)
      LG

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  2. Conny

    Zu dem Thema habe ich gerade bei Josie Loves ein sehr interessantes Interview mit Lena Hoschek gesehen. Sollte man sich mal ansehen, ich finde die Einstellung der Designerin klasse!

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  3. Axel

    Ich verstehe auch nicht, dass die Mädchen so extrem unter Druck gesetzt werden,was ihre Figur betrifft,eine gesunde Größe 36 müsste doch ok sein.Aber ist das nicht eher im Ausland ein Problem ? Bei uns gibt es ja immer mehr Designer,die zu dünne Models gar nicht buchen,z.B.Lena Hoschek,auch Anja Gockel glaube ich.Und bei der BFW haben Sara,Leyla,Barbara und Miriam sehr viele tolle Jobs bekommen, obwohl sie ja schon eher der sehr weibliche bzw.Miriam der sportliche Typ sind.Aber ich glaube,die vier haben durch ihre Ausstrahlung und einen starken Walk die Designer überzeugt.Schön ,wenn sich die Entwicklung auch im Ausland durchsetzten würde. Anderseits muss man natürlich auch aufpassen,dass Mädchen die halt so dünn sind, nicht diskriminiert werden, wie Mandy, die ja bei Lena Hoschek bei einer früheren BFW nicht genommen wurde,weil sie ihr zu dünn war.

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  4. Spike

    Ich bin zwar kein Model-Experte, aber zumindest in meinem Bekanntenkreis beobachte ich es oft, dass gerade jene, die am meisten und am sorglosesten essen, auch die dünnsten sind, während die Kalorienzähler und besonders “Gesundheitsbewussten” (Vollwertkost, etc.) die größten Gewichtsschwankungen und die größten gesundheitlichen Probleme.
    Natürlich hat jeder Mensch einen unterschiedlichen Stoffwechsel und einen anderen Körperbau und kann entsprechend mehr oder weniger futtern. Es ist also auch ein wenig eine “Henne-oder-Ei”-Frage. Aber nach meiner bisherigen Frage ist es wirklich so, dass Personen, die häufig (zeitlich begrenzte) Diäten machen beziehungsweise hungern, ihren Energie-Grundumsatz immer weiter reduzieren (Notfallmechanismus des Körpers). Ab einem gewissen Punkt muss die neidrige Nahrungsmenge dann dauerhaft beibehalten werden, um nicht in die Jojo-Falle zu tappen. Und wer einmal in diesem Teufelskreislauf drin ist, kommt nur schwer wieder raus.
    Die Variante, einfach auf den Körper zu hören und nach Hunger und persönlichen Vorlieben zu essen und den Körper dann mit regelmäßigem Ausdauersport und Dehnübugnen in Form zu halten, ist meiner Meinung nach immer noch die beste. Man muss auf nichts verzichten und der Sport bringt gleichzeitig noch emotionale Ausgeglichenheit. Wenn man nicht zu muskulös werden darf, sollte man sich höchstens vielleicht beim Schwimmen zurückhalten, da man im Rücken-, Schulter- und Brustbereich auch im reinen Ausdauerbereich schon ziemlich ordentlich an Muskelmasse zulegt.
    Es gibt heutzutage auch einfach zuviel Einfluss seitens der Medien beziehungsweise selbsternannter “Ernährungsexperten”, welche angeblich die ultimative Ernährungslösung für Schlankheit und Gesundheit bereithalten. In den meisten Fällen wird, zumindest langfristig, aber genau das Gegenteil erreicht.

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  5. Lisa

    Schöner Post. Leckeres Essen.
    Es wird wirklich Zeit, dass ein Umdenken in der Branche stattfindet. Gesundes Essen: Ja. Magerwahn: Nein.

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